Freie Wählergruppe Bornheim e.V.


Home Gemeinderat Wahlen FWG intern Links u. Impressum

Themen-Struktur

Nach oben

 

Aktuelle Themen der FWG Bornheim e.V. im Gemeinderat
- Energieversorgung der Gemeinde Bornheim -


13.10.2011 Soziologisch interessantes Abstimmungsverhalten im Gemeinderat; Pfalzwerke erhält die Konzession für die nächsten 20 Jahre, was eigentlich keiner so richtig wollte, mit 8:7 Stimmen bei einer Enthaltung des Vorsitzenden ...[hier weiterlesen]
   
13.10.2011 Gemeinderat - Vergabe der Konzession für das Stromnetz
  Auf Wunsch der CDU-Fraktion wurde der Tagesordnungspunkt nicht im nichtöffentlichen sondern im öffentlichen Teil behandelt, deshalb ist es möglich, über diese bemerkenswerte Abstimmung hier zu berichten.
 
Vorgeschichte:
Für die Vergabe der Konzession des Stromnetzes in Bornheim erfolgte eine Ausschreibung, auf die sich die Pfalzwerke AG und die EnergieSüdwest AG beworben hatten. Die Bewerbungsunterlagen wurden anhand eines Kriterienkatalogs, der vom Gemeinderat auf der Sitzung am 13.04.2011 beschlossen wurde, durch die Verwaltung ausgewertet. Das Ergebnis der Verwaltung ist, dass eine Vergabe der Konzession an die  EnergieSüdwest AG vorteilhaft ist.
Im Einzelnen wurde festgestellt , dass die  EnergieSüdwest AG kommunalfreundlicher und transparenter als die Pfalzwerke AG handelt. Ausschlaggebend war das Kriterium, welcher Bewerber der Gemeinde die Option eröffnet, sich künftig an der Netzträgerschaft zu beteiligen. Die Pfalzwerke AG lehnt eine Beteiligung an, die  EnergieSüdwest AG hatte dies angeboten und den Zeitpunkt der Beteiligung der Gemeinde auch zu einem späteren Zeitpunkt überlassen.
Der Gemeinderat hatte sich übrigens immer für eine Beteiligungsoption ausgesprochen, sodass aus Sicht der FWG-Fraktion, auch wegen den anderen Vorteilen, einzig und allein die Vergabe an die  EnergieSüdwest AG in Frage kommen kann.
 
Beratung im Gemeinderat:
Dem Vorschlag der Verwaltung hatte sich die FWG-Fraktion nach eingehender Befassung mit den Bewerbungsunterlagen angeschlossen und sich ebenfalls für die Vergabe an die  EnergieSüdwest AG ausgesprochen.
Prof. Keilen (CDU-Fraktion) trug vor, dass auch die Netzentgelte der angeschlossenen Verbraucher zu berücksichtigen seien, die für die gewerblichen Nutzer bei der  EnergieSüdwest AG höher lägen.
Deshalb beantragte er, die Konzession an die Pfalzwerke AG zu vergeben, aber mit einer Dauer von nur 10 Jahre, um danach ggf. eine Beteiligung zu beschließen. Die FWG-Fraktion hatte darauf hingewiesen, dass die Pfalzwerke AG nur eine Laufzeit von 20 Jahre vorsähe, nach Meinung der CDU-Fraktion wäre das aber verhandelbar.
Die FWG-Fraktion stellte danach klar, dass jeder, der für die Vergabe an die Pfalzwerke AG über 20 Jahre stimmen würde, die Gemeinde Bornheim für lange Zeit von einer Beteiligung am Stromnetz ausschließen und gegen die bisherige Haltung des Gemeinderats für eine künftige Beteiligung handeln würde.
 
Die Abstimmungen:
1. Antrag der CDU-Fraktion
die Konzession an die Pfalzwerke AG mit einer Dauer von 10 Jahren zu vergeben.

Abstimmungsergebnis: 8 Ja-Stimmen (CDU), 8 Nein-Stimmen (FWG und SPD).
Damit wurde dieser Antrag abgelehnt.
2. Antrag des Vorsitzenden (Otmar Dietz, SPD)
die Konzession an die Pfalzwerke AG mit einer Dauer von 20 Jahren zu vergeben,

um ggf. danach über den Antrag der FWG abzustimmen, die Konzession an die EnergieSüdwest AG zu vergeben.
  Dem Beschlussvorschlag folgten die 8 CDU-Ratsmitglieder.
Doch eigentlich wollte die CDU-Fraktion nur ein Laufzeit der Konzession über 10 Jahr, um danach in die Netzträgerschaft ggf. einzusteigen (?). Andererseits war eine Vergabe an die EnergieSüdwest AG in jedem Fall unerwünscht.
  Erwartet wurde wiederum die Ablehnung von FWG und SPD - und damit wiederum ein Patt mit Ablehnung.
Tatsächlich stimmten alle FWG-Ratsmitglieder und beide SPD-Ratsmitglieder dagegen - der Arm des Vorsitzenden (und SPD-Mitglieds) bleib aber unten.
Erst bei seinem Zuruf "Enthaltung" hob er die Hand.
  Abstimmungsergebnis somit: 8 Ja-Stimmen (CDU), 7 Nein-Stimmen (FWG und SPD), 1 Enthaltung (der Vorsitzende).
Damit wurde dieser Antrag angenommen.
  Der Vorsitzende hatte offenbar keine Meinung zu dieser elementaren Entscheidung, er stimmte  weder zu noch dagegen - er enthielt sich; bemerkenswert. Ein klassisches Beispiel dafür, dass auch eine Enthaltung zu einem Ergebnis führen kann; allerdings zu einer Entscheidung, die weder die CDU-Fraktion wirklich so wollte noch die SPD-Fraktion je unterstützt hatte. Die Gesichter der Ratsmitglieder beider Fraktionen sprach Bände.
 
Mit dieser Entscheidung, die durch eine Meinungsenthaltung herbeigeführt wurde, erhält die Pfalzwerke AG für 20 Jahre die Konzession für das Stromnetz in Bornheim. Und die Gemeinde Bornheim nimmt sich für die nächsten 20 Jahre die Möglichkeit, sich am Netz zu beteiligen, schade!
   
 

[nach oben]

17.04.2012